Aktuelles

Die Autorinnen Widad Nabi und Lina Atfah – Lesung & Gespräch

Auftaktveranstaltung der literarischen Dialoge im Rahmen unseres Projekts „Weg sein – Hier sein – Teil sein – Ganz sein“

Sonntags-Matinée 17. September 2017  | 11.00 Uhr  

Eintritt:  € 11.- / ermäßigt € 8.- | Freikarten inkl. orientalischem Frühstück Anmeldungen & Info unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Veranstaltungsort: Kulturzentrum der Freunde Arabischer Kunst und Kultur e.V. - Galerie Arabeske | Dossenheimer Landstraße 69, 69121 Heidelberg

Deutschland Herbst 2017. Mit unserem Projekt „Weg sein - Hier sein - Teil sein - Ganz sein“ möchten wir uns gemeinsam mit allen Interessierten mit dem intensiv diskutierten Thema der Flüchtlinge im heutigen Europa und Deutschland auseinandersetzten. Dabei kommen Autorinnen und Autoren zu Wort, die ihre Heimat verlassen mußten.
„Woher kommen sie eigentlich? Wie sah ihr Alltag aus? Ihr Leben zwischen Wohnung, Arbeit, Familie, Freunden und Nachbarn? Welche Welt, welche Lieben und Sehnsüchte haben sie verlassen? Und wie schwer ist es, in der neuen Welt einen Platz zu finden mit neuen Lieben und Sehnsüchten als Orientierungspunkten? Was vermissen sie in der Sicherheit?“ schreibt der Verleger Joachim von Zepelin in seinem Vorwort der Anthologie „Weg sein - Hier sein“, in der erste Texte im Secession-Verlag von 19 Autor*Innen aus Kriegsgebieten auf Deutsch 2016 veröffentlicht wurden.

 Zu unserer Auftaktveranstaltung der literarischen Dialoge am 17. September 2017 laden wir die Autorinnen Widad Nabi und Lina Atfah ein, die nicht nur über ihre persönlichen Gründe und Erfahrungen der Flucht, sondern auch über ihre Begegnungen mit dem Leben in der neuen Heimat berichten, aber vor allem Einblicke in ihre Lyrik und Gedichte geben.
„Ich koche den Kaffee, diese Arbeit beherrsche ich als Hausfrau am besten.…Wenn wir den Kaffee am Boden der Kanne umrühren, bereiten wir ihn darauf vor, von einer einfachen Welt in eine andere zu wechseln.“ (Widad Nabi)
„Sie kommen auf dem Land, dem See oder dem Luftweg….als seien Landkarten Illusionen und als sei ihr Anteil am Leben die Flucht….auch ich wurde gerettet. Hier ist das weite Land.“ (Lina Atfah)

Die kurdisch-syrische Lyrikerin Widad Nabi, 1985 in Kobani geboren, absolvierte ihr Wirtschaftsstudium in der Stadt Aleppo, mit der sie seit früher Kindheit stark verbunden ist. Ihre Bücher „Zeit fūr Liebe, Zeit fūr Krieg“ und „Syrien und die Sinnlosigkeit des Todes“ liegen auf Arabisch vor. Einige ihrer Texte wurden bereits auf Englisch (Tulips Magazine, Washington) und Französisch (Anthropologie „L’amour au temps de l’insurrection et de la guerre“, Hrsg. Maram Al-Masri, Le Temps des Cerises Verlag) publiziert, denen erste Veröffentlichungen auf Deutsch wie in den Anthologien „Weg sein – hier sein“, Secession Verlag und „Die Flügel meines schweren Herzens“ (Hrsg Khalid Al-Maaly, Manesse) folgten. Widad Nabi gehört zu den Autor*innen des literarischen Portals „Weiter Schreiben. jetzt“, das Schreibenden aus Krisen- und Kriegsgebieten die Möglichkeit des literarischen Austauschs und der Fortführung ihres literarischen Schaffens gibt. Die Autorin lebt heute in Berlin und nimmt bundesweit an zahlreichen Lesungen und Literaturgesprächen (u.a. Poesiefestival Berlin) teil.

1989 in Salamiyyah geboren, begann die syrische Dichterin Lina Atfah bereits vor ihrem Studium der arabischen Literatur in Damaskus für verschiedene Zeitungen und Kulturmagazine zu schreiben. Ihr Gedichtband „Am Rande der Befreiung“ beschäftigt sich kritisch mit sozialen und politischen Themen, durch die sie sich erneuten Repressionen aussetzte. 2006, im Alter von siebzehn Jahren, wurde sie der Gotteslästerung und der Beleidigung des Staates beschuldigt und von allen kulturellen Veranstaltungen ausgeschlossen.
„Ich wurde von einer Aktivistin zu jemandem, der wegläuft, und schließlich zu einem Flüchtling, aber ich schreibe immer noch über das Leiden und Hoffen in Syrien.“
Auch von Lina Atfah erschienen erste Texte in der deutschsprachigen Anthologie „Weg sein – hier sein“, gefolgt durch den transkulturellen Dialog bei „Weiter Schreiben. jetzt“. Über den Libanon kam Lina Atfah nach Deutschland, wo ihr Mann bereits lebte.

Suleman Taufiq (Bildnachweis Martin Schwoll)
Der deutsch-syrische Lyriker und Erzähler Suleman Taufiq übernimmt die Übersetzung und Moderation; die Texte der beiden Autorinnen sind auch von ihm ins Deutsche übersetzt worden. Der bekannte Autor und Kulturjournalist lebt seit 1971 in Deutschland und gibt als Herausgeber und Übersetzer arabischer und deutscher Literatur seit Jahrzehnten Einblicke in seine literarische und musikalische Welten. Taufiq verbindet die beiden Welten, in denen er sich bewegt und begreift diese als ein Ort der Begegnung und der Entwicklung. Seine Texte sind auch eine Art Liebeserklärung an die Fremde, die im Laufe der Zeit immer vertrauter wurde.

Weg sein – Hier sein – Teil sein – Ganz sein“ wird durch den Innovationsfond KunstKulturprojekte zur Integration und Partizipation von Flüchtlingen“ des Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden- Württemberg gefördert. Weitere Unterstützung durch das Kulturamt der Stadt Heidelberg.
Kooperationspartner: Secession Verlag, Karlstorbahnhof Heidelberg, 3ALOG e.V. und KulturQuer QuerKultur Rhein-Neckar e.V.


Samarkand al-Djabiri, Iman al-Waili und Salima Sultan Nur

Dichterinnen aus dem Irak - Lesung und Gespräch
schreiben:d über:leben

Übersetzung: Leila Chamma - die Veranstaltung finden in deutscher und arabischer Sprache statt. Musikbegleitung.

Samstag 14. Oktober 19 Uhr
Kulturzentrum der Freunde Arabischer Kunst und Kultur e.V. - Galerie Arabeske | Dossenheimer Landstraße 69, 69121 Heidelberg
Solidaritätsbeitrag 9 € / 7 € inkl. arabischen Imbiss
Info & Anmeldungen Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Ich lege sämtliche Gewohnheiten ab,
die ich um deinetwillen angenommen habe.
Ich schweige nicht mehr, um dir zu gefallen,
nein, ich schweige nur noch aus Trauer.

Je changerai toutes mes habitudes
Que j’ai déjà changées pour toi,
Je ne me tairai pas comme tu le souhaites,
Je serai triste jusqu’au silence.

 (Salima Sultan Nur)

Ein Novum, und was für eines: Irakische Autorinnen publizieren ihre Gedichte und Geschichten in einer Anthologie in Bagdad. Lange war der Irak isoliert, viele Schreibende sind ins Exil gegangen. Aber was wird im Land geschrieben? Und was reflektieren Frauen, die dort schreiben?

Seit der Erstveröffentlichung des Bandes Mit den Augen von Inana 2013 in Arabisch wirbt eine Gruppe von Schriftstellerinnen für mehr Sichtbarkeit von Autorinnen in ihrer Heimat und international.

Ihre Gedichte sind ein Aufschrei gegen die patriarchale Gesellschaft, die sich in jüngster Zeit wieder verfestigt und die Freiräume von Frauen immer mehr einschränkt. 2015 erschien die Anthologie auf Deutsch, übersetzt von Leila Chammaa und Jessica Siepelmeyer; 2016 in französischer Übersetzung von Antoine Jockey.

Drei Autorinnen des Inana-Netzwerks stellen nun in Deutschland ihre Lyrik vor und berichten über das einmalige Literaturprojekt zwischen dem Irak, Deutschland und Frankreich. Die Veranstaltung gibt Einblicke in ein konfliktreiches Land und Eindrücke von der Kraft des Schreibens in Zeiten der Krise.

Eine irakisch-deutsch-französische Kooperation des Goethe-Instituts und Verlags Hans Schiler, unterstützt vom Deutsch-Französischen Fonds für Kulturprogramme in Drittstatten in Kooperation mit den Freunden Arabischer Kunst und Kultur e.V.


Theaterwerkstatt: Galal Alahmadi und Noor Kanj

27.10.2017 – 20 Uhr - Theaterwerkstatt Heidelberg, Klingen-teichstraße 7, 69117 Heidelberg

Galal Alahmadi, 1987 in Saudi-Arabien geboren und im Jemen aufgewachsen, ist einer der bekanntesten Dichter des Jemen und hat es in der arabischsprachigen Welt schon zu einigem Ruhm gebracht. 2010 gewann er den „Preis des Präsidenten“ auf lokaler, ein Jahr später dann auf nationaler Ebene. 2014 wurde er mit dem Abdulaziz-Al-Makaleh-Preis ausgezeichnet. Zu-dem hat Galal Alahmadi als Journalist und Redakteur für verschiedene arabische Zeitungen und Magazine gearbeitet. Bis September 2016 war er Literaturstipendiat der Heinrich-Böll-Stiftung. Galal Alahmadi hat bislang vier Gedichtbände auf Arabisch veröffentlicht: „Ein Baum zum Be-dauern und mehr“ (2011), „Ich kann mit niemandem weinen“ (2012), „Damit der Dschungel aus meiner Brust verschwindet“ (2013) und „Die Stufen des Hauses steigen allein herab“ (2015), außerdem erschienen eine Auswahl seiner Gedichte in der Anthologie Weg sein – Hier sein (Se-cession Verlag). Im August 2017 kürte die Jury des renommierten, nach dem ägyptischen Dich-ter Mohammed Afifi Matar benannten Dichter-Wettstreit Galal al-Ahmadi zum diesjährigen Preis-träger. Der Preis wird in Kairo verliehen.

 

 

Noor Kanj ,1990 in Suweida/Syrien geboren, Studium der Informatik und Wirtschaftswissen-schaften in ihrer Heimatstadt und später auf der privaten International University for Science and Technology in Damaskus. 2014 verließ sie Syrien und zog in den Libanon. 2016 kam sie mit einem Literaturstipendium der Heinrich-Böll-Stiftung nach Deutschland. Gedichte der Lyrikerin wurden unter anderem im arabischsprachigen Sammelband „Neue Syrische Dichtung“ und der deutschsprachigen Anthologie „Weg sein – hier sein“ veröffentlicht. Noor Kanj hat für verschie-dene arabische Zeitungen und Magazine geschrieben. Ihre Lyrik inzwischen bei zahlreichen Le-sungen in Deutschland vorgestellt. Zur Zeit nimmt sie am Programm „Verschmuggel“ des Berli-ner Hauses der Poesie teil, bei dem jeweils ein deutschsprachiger und ein fremdsprachiger Lyri-ker ihre Texte gemeinsam übersetzten. Bildnachweis: Mathias Bothor

 

 

 

 


Theatervorführungen: „Jasmin" — Fadi Al-Sabbagh, Syrien

15.10.2016 19 Uhr TIKK Heidelberg im Karlstorbahnhof Am Karlstor 1, 69117 Heidelberg

Im Monodrama "Jasmin" läßt der syrische Regisseur und Schauspieler Fadi Al-Sabbagh das Publikum mit seinen Erinnerungen begegnen, welche sogar eigene Erinnerungen erwachen las-sen. Es durchlebt mit ihm seine Reise – seine Flucht sowie die „schwere Geburt“ seiner Emigra-tion verbunden mit Gefühlen der Schwäche, Einsamkeit und Angst sowie der großen Sehnsucht nach Heimat, den Gebräuchen und den verlassenen Menschen. Vom ehemaligen Teilsein einer großen Gemeinschaft zum Individuum nach der Wiedergeburt.
Der Protagonist wendet sich mit Fragen an das Publikum, das somit während der Aufführung aktiv in die Entwicklung seiner Wiedergeburt emotional und gedanklich partizipiert.

 

 

 

 


Ramy Al-Asheq und Aref Hamza

17.11.2017 20 Uhr – Spiegelsaal Palais Prinz Carl, Kornmarkt 1  69117 Heidelberg

Ramy Al-Asheq ist ein syrisch-palästinensischer Lyriker, Schriftsteller und Journalist. Er wurde 1989 in Al Sharjah in den Vereinigten Arabischen Emiraten geboren und wuchs in Damaskus auf. Ab 2011 beteiligte er sich an der Revolution in Syrien, wurde verhaftet und musste nach seiner Freilassung nach Jordanien fliehen. Dort veröffentlichte er 2014 seinen ersten Gedicht-band Walking on Dreams, Al-Ayyam Verlag. Im gleichen Jahr kam Al-Asheq mit einem Auto-renstipendium der Heinrich-Böll-Stiftung nach Deutschland. Im Dezember 2015 gründete er Ab-wab, die erste arabische Zeitung Deutschlands. Im Februar 2016 wurde er von der Al-Qattan Stiftung in Ramallah mit einem Literaturpreis ausgezeichnet. Im Herbst 2016 erschien seine ers-te Prosasammlung Since I Didn’t Die, Bayit Al-Muatan Verlag, im Frühjahr 2017 sein zweiter Gedichtband My Travel Outfit, Al-Qattan/Al-Ahlieah Verlag. „Seit ich nicht gestorben bin“ er-schien 2016 in der Anthologie Weg sein – Hier sein (Secession Verlag).

 

 

 

 

Aref Hamza ist ein preisgekrönter Lyriker und bekannter Journalist aus Hasakeh, Syrien. Er hat Rechtswissenschaften an der Universität Aleppo studiert und zahlreiche Gedichtbände in arabi-scher Sprache veröffentlicht. Einzelne Gedichte wurden u.a. ins Französische, Englische, Deut-sche, Türkische Kurdische und Spanische übersetzt. Seine Verehrung den deutschen Philoso-phen und Lyrikern gegenüber schlägt sich auch in seiner Lyrik nieder. Heute lebt er mit seiner Familie in Buchholz in der Nordheide.

 

 

 

 

 

 

Übersetzungen durch zwei renommierte Kenner arabischer Literatur:
Der deutsch-syrische Lyriker und Erzähler Suleman Taufiq übernimmt die Übersetzung und Moderation; die Texte der beiden Autorinnen sind auch von ihm ins Deutsche übersetzt worden. Der bekannte Autor und Kulturjournalist lebt seit 1971 in Deutschland und gibt als Herausgeber und Übersetzer arabischer und deutscher Literatur seit Jahrzehnten Einblicke in seine literarische und musikalische Welten. Taufiq verbindet die beiden Welten, in denen er sich bewegt und be-greift diese als ein Ort der Begegnung und der Entwicklung. Seine Texte sind auch eine Art Lie-beserklärung an die Fremde, die im Laufe der Zeit immer vertrauter wurde.


Leila Chammaa, in Beirut/Libanon geboren, studierte Islamwissenschaft, Arabistik und Politolo-gie an der FU Berlin und im Zusatzstudium Deutsch als Fremdsprache an der HU Berlin. Seit 1990 übersetzt sie arabische Literatur ins Deutsche, zunächst ausschließlich Prosa, seit einigen Jahren aber auch mit Begeisterung Lyrik. Sie übersetzte Romane u.a. von Sahar Khalifa, Elias Khoury, Alawiyya Sobh und Gedichte von Abbas Beydoun, Qassim Haddad, Zakaria Moham-med. Neben ihrer übersetzerischen Arbeit dolmetscht und moderiert sie Lesungen mit Schrift-stellern und Lyrikern aus der gesamten arabischen Welt und kuratiert literarische Veranstaltun-gen. Sie ist außerdem als Beraterin und Gutachterin für Verlage, Kultureinrichtungen und Festi-vals im Bereich arabischer Literatur tätig.


Un Regard sur le Monde — Ein Blick auf die Welt

Meriam Bousselmi , Tunesien

3.12.2017 19 Uhr Karlstorbahnhof - Großer Saal, Am Karlstor 1, 69117 Heidelberg

Das Theaterstück  "Un Regard sur le Monde" (Ein Blick auf die Welt) der tunesischen Re-gisseurin, Schauspielerin und Juristin Meriam Bousselmi thematisiert unsere Visionen und Träu-me auf die heutige Welt. In einer theatralischen Erforschung der Dunkelheit binden die Schau-spielerinnen in verschiedenen Sprachen und aus verschiedenen Kulturen kommend das Publi-kum ein, um dessen Ansichten über das Leben zu erfahren. Diese partizipative Art der Drama-turgie ermöglicht die Integration des Publikums in das Storytelling. Jedes Mal wird die Auffüh-rung durch neuen Weltansichten bereichert, in eine Art Polyphonie und mehrsprachiges vokales Mosaik mit Echos von überall.
Bildnachweis: Bohumil Kostohryz

 

 

 


Mohamad Al-Amine Qalai - Tunesien

Konzertabend – Qanoun: Verschmelzung osmanischer und arabisch-andalusischer Musiktraditionen

Dienstag, 5. September 2017 | 19.30 Uhr | Einlass 19.00 Uhr
Eintritt : 12 € | ermäßigt 8 € - Infos & Tickets unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! (begrenzte Anzahl von Plätzen)
Veranstaltungsort: Kulturzentrum der Freunde Arabischer Kunst und Kultur e.V. - Galerie Arabeske | Dossenheimer Landstraße 69, 69121 Heidelberg

Mohamad Al-Amine Qalai (CopyRight Francis Bordet)Nach seinem Studium der Musikwissenschaft am Konservatorium in seiner Heimatstadt Kairouan (2005 bis 2009), erwarb Mohamad Al-Amine Qalai 2011 das " Nationale Arabische Musik-Diplom"  (Nationale Diplom Interpretation) für seine Kunstfertigkeit auf dem Qanun als Instrument.
Seitdem nahm Qalai an zahlreichen Festivals teil und erhielt bereit 2006 erste Auszeichnungen u.a. "Festival junger Musiker" in El-Kram, "Festival junger Virtuosen" in Ennejma Ezzahra, Tunesien.

Zahlreiche Konzerte außerhalb seiner Heimat folgten u.a. in Italien, in der Türkei (Meisterklasse bei Göksel Baktagir), in Frankreich, wo er als erster Qanunspieler am "Internationalen Treffen der keltischen Harfe" und in Algerien am „Internationalen Symposium der Qanun“, unter der Leitung von Göksel Baktagir, teilnahm.

Im Februar 2017 partizipierte er an dem musikalischen Projekt "Fusion zwischen Jazz und orientalischer Musik (Projet Remix)" mit Musikern aus Tunesien und Studenten der Musikschule von Tourcoing, Frankreich.

Mohamad Al-Amine Qalai ist festes Mitglied verschiedener Ensembles wie dem Tunesischen Symphonie-Orchester, welches ein Gitarrenkonzert Vivaldis, angepasst für Qanun, aufführte. Dieses Konzert wird in Tunesien als eines der ersten dieser Art betrachtet.

Neben den traditionellen Formen der tunesischen Musik, komponiert Qalai mittelalterliche, barocke, klassische Musik sowie Jazz für den Qanun. 2012 veröffentlichte er sein erstes Buch mit einer Sammlung von 57 seiner eigenen Kompositionen.

Die tunesische Musik als Erbin osmanischer und arabisch-andalusischer Traditionen, ist die reiche Frucht einer Verschmelzung.

In Tunesien führte die Entwicklung eines einzigartigen Repertoires und Stiles zu einer Musikform, die "Bashraf" (Einführung) genannt wird. Sie unterscheidet sich in Ausführung und Struktur von seinem osmanischen Vorfahren, dem "Peşrev".

Die tunesischen Bashrafs sind instrumentale Präludien, die gewöhnlich zu Beginn eines musikalischen Programms gespielt werden. Ihre musikalische Rolle ist es, die Skala und Stimmung der jeweiligen Suite von instrumentaler und vokaler Musik vorzustellen.

Die hier vorgestellte Rezitation von Duos, jeweils Qanun ("Kastenzither") mit Violine, Percussion oder Klarinette, ist ein besonders neues Arrangement in der tunesischen Musiklandschaft.
Diese Darbietung fügt, wie ein leichter Sommerwind, dem schimmernden Geschmeide der arabisch-andalusischen Tradition eine neue Perle hinzu.

Aktuell ist Mohamad Al-Amine Qalai als Dozent und Künstler bei der "Orientalischen Sommer Musikakademie" in Sulzburg aktiv.

Weitere Infos zu Mohamad Al-Amine Qalai und der Bedeutung der tunesischen Musiktradition:
Portrait des Heidelberger Filmemachers Eduardo Serrano | şehnaz buselik by mohamed amine kalai | Antonio Vivaldi D major Concerto RV 93 with the Qanun | Parfum de Gitane
"Zentrum für arabische und mediterrane Musik" in Sidi Bou Said, Tunis
Weitere Infos zu den Workshops und den Konzerten der aktuellen  7. Oriental Music Summeracademy in Sulzburg - 31.8. – 3. September 2017 mit ausgezeichneten Künstlern aus der arabischen Welt.


"Zwei Spatzen mit einem Stein erschlagen" - Die Arabischübersetzerinnen Leila Chammaa und Larissa Bender im Gespräch

Sonntags-Matinée 30.07.2017 | 11.00 Uhr | Eintritt  € 7.- / ermäßigt € 5.- inkl. orientalischem Frühstück

Kulturzentrum der Freunde Arabischer Kunst und Kultur e.V. - Galerie Arabeske
Dossenheimer Landstraße 69, 69121 Heidelberg

Noch immer führt die arabische Literatur ein Schattendasein in Deutschland. Zu anders, zu fremd, zu lokal, zu ausschweifend und viel zu blumig. So lautet die breite Palette an gängigen Klischees, die vor allem eines erkennen lässt: Die ablehnende Haltung des Be-Urteilenden.
Trotzdem haben sich die Arabischübersetzerinnen Leila Chammaa und Larissa Bender ganz der arabischen Literatur verschrieben und übersetzen seit Jahrzehnten Romane, Kurzgeschichten, Lyrik und Essays ins Deutsche.
Welche Schwierigkeiten bringt das Übersetzen aus einer so fremden Sprache mit sich? Wie fremd sind sich Deutsch und Arabisch wirklich? Welche Gemeinsamkeiten haben die beiden Sprachen? Wie kann Atmosphäre sprachlich von einem Kulturraum in den anderen übertragen werden? Wie ist es um die Übersetzung von Redewendungen und Sprichwörtern bestellt? Welches Interesse zeigen deutsche Verlage an arabischer Literatur? Wie hat sich das Interesse der hiesigen Öffentlichkeit an arabischer Literatur angesichts der Krisen in der arabischen Welt gewandelt?

Larissa Bender studierte Islamwissenschaft, Ethnologie, Kunstgeschichte und Soziologie in Köln und Berlin und verbrachte mehrere Jahre zum Arabischstudium in Syrien. Sie arbeitet als Übersetzerin arabischer Literatur, als Arabischdozentin und als Journalistin. Zu den von ihr übersetzten AutorInnen gehören u.a. Abdalrachman Munif, Fadhil Al-Azzawi, Samar Yazbek, Dima Wannous, Niroz Malek und Hamed Abboud. Außerdem hat sie zwei Bücher über Politik und Kultur in Syrien herausgegeben. Darüber hinaus moderiert sie Veranstaltungen mit AutorInnen, erstellt Gutachten zu arabischer Literatur und berät Verlage und Kulturveranstalter.

 

 

 

Leila Chammaa, in Beirut/Libanon geboren, studierte Islamwissenschaft, Arabistik und Politologie an der FU Berlin und im Zusatzstudium Deutsch als Fremdsprache an der HU Berlin. Seit 1990 übersetzt sie arabische Literatur ins Deutsche, zunächst ausschließlich Prosa, seit einigen Jahren aber auch mit Begeisterung Lyrik. Sie übersetzte Romane u.a. von Sahar Khalifa, Elias Khoury, Alawiyya Sobh und Gedichte von Abbas Beydoun, Qassim Haddad, Zakaria Mohammed. Neben ihrer übersetzerischen Arbeit dolmetscht und moderiert sie Lesungen mit Schriftstellern und Lyrikern aus der gesamten arabischen Welt und kuratiert literarische Veranstaltungen. Sie ist außerdem als Beraterin und Gutachterin für Verlage, Kultureinrichtungen und Festivals im Bereich arabischer Literatur tätig.

 

 

 

 


Der Islam und die europäische Aufklärung

Vortrag

Freitag, 30 Juni  2017 | 20.00 Uhr | Eintritt: € 5.-
Kulturzentrum der Freunde Arabischer Kunst und Kultur e.V. - Galerie Arabeske
Dossenheimer Landstraße 69, 69121 Heidelberg

In seinen „Ergänzungen zum Essay über die Weltgeschichte und über den Geist und die Sitten der Nationen“ drückte Voltaire, einer der Aufklärer des 18. Jahrhundert, mehrmals seine Verehrung für die kulturellen Errungenschaften der Araber unter dem Banner des Islams aus: Der Prophet des Islams war weder „ein Ignorant noch ein blutrünstiger“ gewesen, „das Dogma eines einzigen Gottes ohne Mysterien und begreiflich für die menschliche Vernunft, brachte vielen Nationen und Völker,  sogar afrikanische Neger sowie Völker im Indischen Ozean unter seinem Banner“.

Seit seinem Erscheinen auf der Weltbühne trat der Islam mit seinen angrenzenden Kulturen in Verbindung und setze sich mit denen, mal im Dialog mal polemisch, auseinander.

Diese Auseinandersetzung blieb nicht ohne eine gegenseitige Beeinflussung. Der Islam entwickelte seine eignen Fähigkeiten, diese unterschiedlichen Kulturen aufzunehmen, zu integrieren und sich selbst dabei weiter zu entwickeln.

Diese Entwicklung blieb auch nicht ohne Auswirkung auf das Verhältnis zwischen Orient und Okzident, das friedliche und kriegerische Zeiten erlebte. Im 17. und 18. Jahrhundert wird der Islam neu entdeckt und diente den Aufklärern dieser Zeit zum einem als „Schlachtross“ in ihrem Kampf gegen die Kirche und zum anderen als ein Hassobjekt, um die Überlegenheit des Christentums zu untermauern. Ein fortwährendes Verhältnis der Ambiguitäten.

Hatte der Islam als Religion der Aufklärung genutzt? Sie durch sein Wesen und seine Philosophen beeinflusst? Und wie groß war der Einfluss der europäischen Aufklärung auf die islamische „Nahdha“ (Renaissance) im 19. Jahrhundert in ihrem Kampf gegen den europäischen Kolonialismus und gegen die innere intellektuelle, soziale und wissenschaftliche Rückständigkeit, vertreten durch Djamel al-Din al-Afghani und seiner Salafisten Bewegung?


Interkulturelles Workshop-Festival Frankfurt am Main

Im Namen des Gemeinschaftsprojekts Weißt du, wer ich bin? laden wir am 29. Juni 2017 zum interreligiösen, interkulturellen und interweltanschaulichem Workshop-Festival Frankfurt ein. Das Kulturevent wird ein Ort für Begegnung und gemeinsamen kreativen Austausch, um Gemeinsamkeiten zu stärken und Unterschiede verstehen zu lernen. Die Veranstaltung richtete sich an Menschen mit und ohne Migrations- und Fluchterfahrungen, die gemeinsam Vielfalt und Pluralität erfahren durften und darin bestärkt wurden, diese im Alltag zu leben und auszubauen.

Veranstaltungsorte ist die Philipp-Holzmann-Schule in Frankfurt am Main (Siolistr. 41 in der Nähe der Uni Frankfurt), dort werden parallel verschiedene Workshops angeboten, die alle kostenfrei besucht werden können. Als weiteres Highlight des Workshop-Festival wird eine gemeinsame Benfizveranstaltung mit vielfältigem Abendprogramm angeboten - wozu alle Interessenten eingeladen sind, auch denjenigen, die nicht an einem der

Veranstalter des Workshop-Festival sind der Förderverein der Philipp-Holzmann-Schule e.V, 3ALOG e.V. und Freunde Arabischer Kunst und Kultur e.V. Sponsoren und Träger sind die Vertreter der am Projekt „Weißt du, wer ich bin?“ beteiligten Religionen Christentum, Judentum und Islam. Unterstützt wird das Festival zudem von der Heinrich Böll Stiftung in Hessen, dem Pädagogisches Zentrum Frankfurt am Main, des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums in Frankfurt am Main, dem Evangelischen Verein für Jugendsozialarbeit in Frankfurt am Main e.V. sowie der Orientalische Musikakademie Mannheim e.V.Workshops teilnehmen konnten.

Weitere Infos unter http://3alog.net/project/workshop-festival-frankfurt/

Flyer und Plakat


MILLE NUITS. JAZZ & LIVE ILLUSTRATION

MARIE SÉFÉRIAN Quartett (Marie Séférian Vocals, Niko Meinhold Piano, Tim Kleinsorge Bass, Javier Reyes Drums) & MEHRDAD ZAERI.

Freitag, 23. Juni  2017 | 19.00 Uhr | Einlass 18.00 Uhr | Eintritt: Vorverkauf: 13 € / ermäßigt 9 € // Abendkasse: 15 € / ermäßigt 11 €
Kulturzentrum der Freunde Arabischer Kunst und Kultur e.V. - Galerie Arabeske
Dossenheimer Landstraße 69, 69121 Heidelberg

"Mille Nuits" ist das neue Album des MARIE SÉFÉRIAN Quartetts und behandelt ausschließlich orientalische Märchen. Seien Sie gespannt auf musikalische Erzählungen wie "Schéhérazade" oder auch "Aladins Wunderlampe" umrahmt von der einzigartigen LIVE-Zeichnungskunst von MEHRDAD ZAERI!
Eröffnung: Persische klassische Musik mit Musikerfreunden des Deutsch-Iranischen Vereins Heidelberg.

EINE KOOPERATION zwischen KulturTandem International e.V., Freunde Arabischer Kunst und Kultur e.V., Deutsch-Iranischer Verein e.V. Heidelberg, 3ALOG e.V. und Werkstattschule Heidelberg.

Gastronomische internationale Spezialitäten runden das Programm ab.

Tickets im Kartenvorverkauf bei:
Feinkost Ramzani, Dossenheimer Landstraße 47, 69121 Heidelberg
KulturTandem: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! - SPARKASSE HEIDELBERG, IBAN: DE39 6725 0020 0009 2232 31, Betreff: Mille Nuits