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"Zwei Spatzen mit einem Stein erschlagen" - Die Arabischübersetzerinnen Leila Chammaa und Larissa Bender im Gespräch

Sonntags-Matinée 30.07.2017 | 11.00 Uhr | Eintritt  € 7.- / ermäßigt € 5.- inkl. orientalischem Frühstück

Kulturzentrum der Freunde Arabischer Kunst und Kultur e.V. - Galerie Arabeske
Dossenheimer Landstraße 69, 69121 Heidelberg

Noch immer führt die arabische Literatur ein Schattendasein in Deutschland. Zu anders, zu fremd, zu lokal, zu ausschweifend und viel zu blumig. So lautet die breite Palette an gängigen Klischees, die vor allem eines erkennen lässt: Die ablehnende Haltung des Be-Urteilenden.
Trotzdem haben sich die Arabischübersetzerinnen Leila Chammaa und Larissa Bender ganz der arabischen Literatur verschrieben und übersetzen seit Jahrzehnten Romane, Kurzgeschichten, Lyrik und Essays ins Deutsche.
Welche Schwierigkeiten bringt das Übersetzen aus einer so fremden Sprache mit sich? Wie fremd sind sich Deutsch und Arabisch wirklich? Welche Gemeinsamkeiten haben die beiden Sprachen? Wie kann Atmosphäre sprachlich von einem Kulturraum in den anderen übertragen werden? Wie ist es um die Übersetzung von Redewendungen und Sprichwörtern bestellt? Welches Interesse zeigen deutsche Verlage an arabischer Literatur? Wie hat sich das Interesse der hiesigen Öffentlichkeit an arabischer Literatur angesichts der Krisen in der arabischen Welt gewandelt?

Larissa Bender studierte Islamwissenschaft, Ethnologie, Kunstgeschichte und Soziologie in Köln und Berlin und verbrachte mehrere Jahre zum Arabischstudium in Syrien. Sie arbeitet als Übersetzerin arabischer Literatur, als Arabischdozentin und als Journalistin. Zu den von ihr übersetzten AutorInnen gehören u.a. Abdalrachman Munif, Fadhil Al-Azzawi, Samar Yazbek, Dima Wannous, Niroz Malek und Hamed Abboud. Außerdem hat sie zwei Bücher über Politik und Kultur in Syrien herausgegeben. Darüber hinaus moderiert sie Veranstaltungen mit AutorInnen, erstellt Gutachten zu arabischer Literatur und berät Verlage und Kulturveranstalter.

 

 

 

Leila Chammaa, in Beirut/Libanon geboren, studierte Islamwissenschaft, Arabistik und Politologie an der FU Berlin und im Zusatzstudium Deutsch als Fremdsprache an der HU Berlin. Seit 1990 übersetzt sie arabische Literatur ins Deutsche, zunächst ausschließlich Prosa, seit einigen Jahren aber auch mit Begeisterung Lyrik. Sie übersetzte Romane u.a. von Sahar Khalifa, Elias Khoury, Alawiyya Sobh und Gedichte von Abbas Beydoun, Qassim Haddad, Zakaria Mohammed. Neben ihrer übersetzerischen Arbeit dolmetscht und moderiert sie Lesungen mit Schriftstellern und Lyrikern aus der gesamten arabischen Welt und kuratiert literarische Veranstaltungen. Sie ist außerdem als Beraterin und Gutachterin für Verlage, Kultureinrichtungen und Festivals im Bereich arabischer Literatur tätig.

 

 

 

 


Der Islam und die europäische Aufklärung

Vortrag

Freitag, 30 Juni  2017 | 20.00 Uhr | Eintritt: € 5.-
Kulturzentrum der Freunde Arabischer Kunst und Kultur e.V. - Galerie Arabeske
Dossenheimer Landstraße 69, 69121 Heidelberg

In seinen „Ergänzungen zum Essay über die Weltgeschichte und über den Geist und die Sitten der Nationen“ drückte Voltaire, einer der Aufklärer des 18. Jahrhundert, mehrmals seine Verehrung für die kulturellen Errungenschaften der Araber unter dem Banner des Islams aus: Der Prophet des Islams war weder „ein Ignorant noch ein blutrünstiger“ gewesen, „das Dogma eines einzigen Gottes ohne Mysterien und begreiflich für die menschliche Vernunft, brachte vielen Nationen und Völker,  sogar afrikanische Neger sowie Völker im Indischen Ozean unter seinem Banner“.

Seit seinem Erscheinen auf der Weltbühne trat der Islam mit seinen angrenzenden Kulturen in Verbindung und setze sich mit denen, mal im Dialog mal polemisch, auseinander.

Diese Auseinandersetzung blieb nicht ohne eine gegenseitige Beeinflussung. Der Islam entwickelte seine eignen Fähigkeiten, diese unterschiedlichen Kulturen aufzunehmen, zu integrieren und sich selbst dabei weiter zu entwickeln.

Diese Entwicklung blieb auch nicht ohne Auswirkung auf das Verhältnis zwischen Orient und Okzident, das friedliche und kriegerische Zeiten erlebte. Im 17. und 18. Jahrhundert wird der Islam neu entdeckt und diente den Aufklärern dieser Zeit zum einem als „Schlachtross“ in ihrem Kampf gegen die Kirche und zum anderen als ein Hassobjekt, um die Überlegenheit des Christentums zu untermauern. Ein fortwährendes Verhältnis der Ambiguitäten.

Hatte der Islam als Religion der Aufklärung genutzt? Sie durch sein Wesen und seine Philosophen beeinflusst? Und wie groß war der Einfluss der europäischen Aufklärung auf die islamische „Nahdha“ (Renaissance) im 19. Jahrhundert in ihrem Kampf gegen den europäischen Kolonialismus und gegen die innere intellektuelle, soziale und wissenschaftliche Rückständigkeit, vertreten durch Djamel al-Din al-Afghani und seiner Salafisten Bewegung?


Interkulturelles Workshop-Festival Frankfurt am Main

Im Namen des Gemeinschaftsprojekts Weißt du, wer ich bin? laden wir am 29. Juni 2017 zum interreligiösen, interkulturellen und interweltanschaulichem Workshop-Festival Frankfurt ein. Das Kulturevent wird ein Ort für Begegnung und gemeinsamen kreativen Austausch, um Gemeinsamkeiten zu stärken und Unterschiede verstehen zu lernen. Die Veranstaltung richtete sich an Menschen mit und ohne Migrations- und Fluchterfahrungen, die gemeinsam Vielfalt und Pluralität erfahren durften und darin bestärkt wurden, diese im Alltag zu leben und auszubauen.

Veranstaltungsorte ist die Philipp-Holzmann-Schule in Frankfurt am Main (Siolistr. 41 in der Nähe der Uni Frankfurt), dort werden parallel verschiedene Workshops angeboten, die alle kostenfrei besucht werden können. Als weiteres Highlight des Workshop-Festival wird eine gemeinsame Benfizveranstaltung mit vielfältigem Abendprogramm angeboten - wozu alle Interessenten eingeladen sind, auch denjenigen, die nicht an einem der

Veranstalter des Workshop-Festival sind der Förderverein der Philipp-Holzmann-Schule e.V, 3ALOG e.V. und Freunde Arabischer Kunst und Kultur e.V. Sponsoren und Träger sind die Vertreter der am Projekt „Weißt du, wer ich bin?“ beteiligten Religionen Christentum, Judentum und Islam. Unterstützt wird das Festival zudem von der Heinrich Böll Stiftung in Hessen, dem Pädagogisches Zentrum Frankfurt am Main, des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums in Frankfurt am Main, dem Evangelischen Verein für Jugendsozialarbeit in Frankfurt am Main e.V. sowie der Orientalische Musikakademie Mannheim e.V.Workshops teilnehmen konnten.

Weitere Infos unter http://3alog.net/project/workshop-festival-frankfurt/

Flyer und Plakat


MILLE NUITS. JAZZ & LIVE ILLUSTRATION

MARIE SÉFÉRIAN Quartett (Marie Séférian Vocals, Niko Meinhold Piano, Tim Kleinsorge Bass, Javier Reyes Drums) & MEHRDAD ZAERI.

Freitag, 23. Juni  2017 | 19.00 Uhr | Einlass 18.00 Uhr | Eintritt: Vorverkauf: 13 € / ermäßigt 9 € // Abendkasse: 15 € / ermäßigt 11 €
Kulturzentrum der Freunde Arabischer Kunst und Kultur e.V. - Galerie Arabeske
Dossenheimer Landstraße 69, 69121 Heidelberg

"Mille Nuits" ist das neue Album des MARIE SÉFÉRIAN Quartetts und behandelt ausschließlich orientalische Märchen. Seien Sie gespannt auf musikalische Erzählungen wie "Schéhérazade" oder auch "Aladins Wunderlampe" umrahmt von der einzigartigen LIVE-Zeichnungskunst von MEHRDAD ZAERI!
Eröffnung: Persische klassische Musik mit Musikerfreunden des Deutsch-Iranischen Vereins Heidelberg.

EINE KOOPERATION zwischen KulturTandem International e.V., Freunde Arabischer Kunst und Kultur e.V., Deutsch-Iranischer Verein e.V. Heidelberg, 3ALOG e.V. und Werkstattschule Heidelberg.

Gastronomische internationale Spezialitäten runden das Programm ab.

Tickets im Kartenvorverkauf bei:
Feinkost Ramzani, Dossenheimer Landstraße 47, 69121 Heidelberg
KulturTandem: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! - SPARKASSE HEIDELBERG, IBAN: DE39 6725 0020 0009 2232 31, Betreff: Mille Nuits


Fityan Duo: Nay aus Aleppo

7000 Musik-GeSCHICHTEN einer Stadt — Neue und traditionelle Kompositionen aus Aleppo

Mittwoch, 21. Juni  2017 | 19.30 Uhr | Einlass 18.30 Uhr | Eintritt: Vorverkauf: 13 € / ermäßigt 9 € // Abendkasse: 15 € / ermäßigt 11 €

Infos & Tickets unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Kulturzentrum der Freunde Arabischer Kunst und Kultur e.V. - Galerie Arabeske
Dossenheimer Landstraße 69, 69121 Heidelberg

Mit dem sehnsüchtigen Klang der Nay führt uns der Konzertabend „Nay aus Aleppo“ in die Strassen von Aleppo, wo Mohamad Fityan einst bei einem Händler, der selbst Flöte spielte, landete und das Instrument kaufte.

Danach ging alles sehr schnell. Der junge Künstler widmet sich ganz der Musik und wird innerhalb kürzester Zeit gefördert und anerkannt: Best Nay Player Award (2002) sowie den Best Conductor Award (2003) beim Contest of Syrian Youth Musicians. Das Studium am Konservatorium in Damaskus schliesst er 2009 ab und war bis 2013 Solist im Syrian Arabic Music Orchestra und der Syrian Jazz BigBand.

Auf der Flucht aus Syrien (2014) verschlägt es Fityan nach Deutschland, wo er seitdem in der Nähe von Berlin lebt. In Europa arbeitet Mohamad nicht nur an seinem Herzensprojekt, der Fityan Band, sondern widmet sich auch diversen Engagements u.a. Mitglied bei: Berliner Symphoniker, Brussel Jazz Orchestra, Codarts & Royal Conservatory Big Band, Sinfonietta Essenbach und Bayerische Philharmonie. Außerdem arbeitet er als Komponist und Studiomusiker für Film und Rundfunk. https://en.wikipedia.org/wiki/Mohamad_Fityan

Der Heidelberger Musiker Jörg Teichert studierte Gitarre und Komposition an der Musikhochschule Mannheim und ist seitdem als vielseitiger Musiker in der Rhein-Neckar-Metropole und darüber hinaus bekannt. Neben der Gitarre spielt er Zupfinstrumente aus verschiedenen Kulturkreisen, bringt aber auch Blechblasinstrumente zum Einsatz. Neben Engagements an verschiedenen Theatern spielt Jörg Teichert als Mitglied in zahlreichen Bands und arbeitet er als Musiklehrer. www.joerg-teichert.de

Gemeinsames Erleben des „Geschmacks aus Aleppo“ -  Fingerfood & fein gewürzter Tee aus dem Samowar.

Die Maßnahme wird von Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) gefördert.

Kooperationspartner: 3ALOG e.V., Eine Welt Zentrum Heidelberg e.V., KulturQuer QuerKultur e.V., Orientalische Musikakademie Mannheim e.V.